Von USA nach China

Apple lässt leere iPad-Kartons um die Welt fliegen - das steckt dahinter


Apple lässt leere iPad-Kartons um die Welt fliegen - das steckt dahinter

Noch im Juli des Jahres 2020 kündigte Apple in einem Pressebericht eine Reihe von Maßnahmen an, mit denen die CO2-Emissionen des Unternehmens künftig gesenkt werden sollen, um bis 2030 klimaneutral zu werden. Das kürzlich über den Konzern publik gewordene logistische Vorgehen in Asien dürfte allerdings kein Teil von Apples Klima-Plan sein.

Die ehrgeizigen Umweltziele von Apple sollten allen voran das klima- und umweltfreundlichere Handeln des Konzerns in den Vordergrund stellen. Um Lieferverzögerungen in China während der Corona-Pandemie zu vermeiden, wurden diese Ziele jedoch vorerst hintenangestellt. Das geht aus einem Bericht des Fachjournals "The Information" unter Berufung auf interne Quellen hervor, der dem Portal "Golem" vorliegt.

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Von Apple organisierte Frachtflugzeuge

Wie "The Information" offenlegt, nahm Apple "enorme Transportumwege und hohe Kosten in Kauf", um Kunden in China nicht zu verärgern und Lieferverzögerungen inmitten der Pandemie aus dem Weg zu räumen. Die gestiegene Nachfrage nach iPads in China und die damit verbundenen gestiegen Auslieferungszahlen führten dazu, dass sich die Bestände der braunen Versandkartons der Tablets immer weiter in Richtung null bewegten. Aus diesem Grund flog Apple dutzende Paletten an flach verpackten leeren Kartons aus den USA per Frachtflugzug in das Distributionszentrum des Unternehmens in Singapur. Produziert worden waren die Kartons laut "DerStandard" zuvor in China. Von Singapur aus ging es für die Kartons dann anschließend weiter an die Kunden nach China. Wie "Golem" unter Berufung auf "The Information" zusätzlich ausführt, konnten viele Waren aufgrund des Rückgangs des Passagierflugverkehrs nicht im Frachtteil von Passagiermaschinen transportiert werden. Deshalb organisierte Apple eigene Frachtflugzeuge, die die Kartons nach Singapur flogen. Grund für den rasanten Anstieg der Nachfrage war "DerStandard" zufolge der Wechsel ins Homeoffice bzw. Homeschooling.

Von Vietnam nach Shanghai per LKW

Daneben wurde dem "The Information"-Bericht zufolge noch ein weiteres logistisches Vorgehen von Apple bekannt, das nicht als klima- und umweltfreundlich einzustufen ist. Die Apple-Lautsprecher "Homepod Mini" wurden erst durch von Apple gemietete Lastwagen aus Vietnam über den 2.300 Kilometer weiten Landweg zum Hafen nach Shanghai gefahren, um anschließend per Express-Containerschiff in die USA gebracht zu werden. Die direkte Schiffsroute in die USA konnte aufgrund von Quarantäneeinschränkungen nicht genutzt werden. Von Shanghai hingegen sind die Schiffsrouten in die USA offen. Allerdings verzichtete Apple auch darauf, den - offenen - Seeweg zu nutzen, um die Lautsprecher von Vietnam aus zum chinesischen Hafen zu befördern und wählte stattdessen den Landweg per LKW. Dabei gilt laut "Golem" der Transport per Schiff in Sachen CO2-Emissionen als umweltfreundlicher als der LKW-Transport.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: nui7711 / Shutterstock.com

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