Beschwerden steigen

Ombudsmann: Viele Kundenbeschwerden wegen Lebensversicherungen


Noch immer kämpfen zahlreiche Kunden nach ihrem vorzeitigen Ausstieg aus Lebensversicherungen um Nachzahlungen.

Die Zahl der Beschwerden beim Ombudsmann für Versicherungen stieg 2013 und im ersten Vierteljahr 2014 deutlich an. Die Welle rollte vor allem, weil nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs 2012 gut ein Jahr lang unklar war, wieviel die Kunden zurückerhalten, wie Ombudsmann Günter Hirsch am Mittwoch in Berlin erklärte. "Der BGH riss eine vorübergehende Lücke in tausende Verträge."

Über alle Versicherungssparten hinweg gab es 2013 einen Beschwerde-Zuwachs um 8,6 Prozent auf gut 18 740. Mehr Beschwerden zählte Hirsch auch bei KfZ-Kasko-, Hausrat-, Unfall- und Rechtsschutzversicherungen. Rückgänge gab es bei Gebäude- und KfZ-Haftpflicht-Policen.

Das lasse aber nicht den Rückschluss zu, dass Versicherer Schäden mehr oder weniger bereitwillig regulierten, sagte Hirsch. Meist handele es sich um normale Ausschläge. Die Gesamtzahl pendelt seit Jahren um 18 000. Nicht bestätigt habe sich die Erwartung, dass das Elbe-Hochwasser die Beschwerdezahl steigen lassen würde.

Bei Lebensversicherungen gab es mehr als 4300 Streitfälle und damit gut 13 Prozent mehr als 2012. Die damalige Rechtslücke ist inzwischen geschlossen: Wer seine Lebensversicherung bis Ende 2007 abgeschlossen und später gekündigt oder beitragsfrei gestellt hat, muss mindestens die Hälfte der eingezahlten Beiträge plus Zinsen zurückbekommen.

In diesen Beschwerde-Fällen gehe es weniger um einen Streit als um Aufklärung durch den Ombudsmann, hob der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft hervor. Der Branchenverband betonte auch, dass es abermals weniger Beschwerden gegen Vermittler gab.

Der Ombudsmann sucht bei Konflikten eine gütliche Einigung, kann bis zu einem Streitwert von 10 000 Euro aber auch verbindlich entscheiden. Daneben entscheiden über Streitfälle die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und die Amtsgerichte. Die drei Wege zusammengefasst geht die Fallzahl laut Ombudsmann seit Jahren zurück./bf/DP/edh

BERLIN (dpa-AFX)