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Risikolebensversicherung: Wenn einer plötzlich fehlt


Risikolebensversicherung: Wenn einer plötzlich fehlt

Der Verlust eines Angehörigen ist schrecklich. Risikolebensversicherungen mildern zumindest die finanziellen Folgen. €uro zeigt die besten Policen.

von Martin Reim, €uro Magazin

Es ist typisch menschlich, gerade über die entsetzlichsten Dinge Scherze zu machen. Vermutlich, um das Grauen zu mindern. So kommt oft schwarzer Humor auf, wenn es ums Sterben geht - und um Risikolebensversicherungen, die im Todesfall bezahlen.

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Jüngst war dies zur besten Sendezeit im Ersten zu sehen. Im Film "Storno - Todsicher versichert" versucht die Bäuerin Julia, für ihren siechenden Vater eine Police abzuschließen, um ihrem kümmerlichen Dasein zu entfliehen. Da muss bei der Gesundheitsprüfung kräftig gemogelt werden. Der Dorfdoktor stellt sich quer - und wird das erste Opfer dieser bitterbösen Komödie.

Doch ist die Sache an sich natürlich ernst. Wer Angehörige zu versorgen hat, sollte dringend darüber nachdenken, eine Risikolebensversicherung für sich abzuschließen. Da sind sich Verbraucherschützer und Anbieter ausnahmsweise einig. Denn der Tod eines Partners, gar des Hauptverdieners, kann die Hinterbliebenen in große finanzielle Bedrängnis bringen. Vor allem bei jungen Familien sind Einkommen und Vermögen oft gering. Gleichzeitig bestehen oft hohe, langfristige Belastungen, sei es für die Abzahlung größerer Anschaffungen oder die Versorgung von Kindern.

Aber auch bei nicht verheirateten Paaren kann es für den überlebenden Partner finanziell eng werden. Denn von der gesetzlichen Rentenversicherung gibt es keinen einzigen Cent. Und auch die Erbschaftsteuer schlägt zu, da die Freibeträge - im Gegensatz zu Ehegatten - sehr niedrig sind.
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€uro hat in Zusammenarbeit mit der Analysegesellschaft für Anlage- und Versicherungsprodukte solche Policen getestet - in drei Schritten. Zuerst wurde zwischen Tarifen für Raucher und Nichtraucher unterschieden. Denn das ist hinsichtlich der Prämienhöhe das wichtigste Kriterium. Raucher zahlen im Schnitt knapp doppelt so viel wie Nichtraucher. Bei manchen Gesellschaften, beispielsweise der Allianz, kann es sogar mehr als das Dreifache sein.

Als Raucher gilt bei vielen Anbietern, wer in den zwölf Monaten vor Versicherungsantrag oder Vertragsschluss Nikotin zu sich genommen hat. Manchmal sind es sogar zwei Jahre. Die Menge ist unwichtig, auch Nutzer von E-Zigaretten sind betroffen. Fliegt ein Schwindel auf, weil der Versicherer ärztliche Nachweise verlangt oder der Kunde an einer rauchertypischen Krankheit stirbt, geht schlimmstenfalls der komplette Versicherungsschutz verloren.

Auf den Preis kommt es an. In einem zweiten Schritt wurden Policen in dreierlei Hinsicht getestet. Erstens: Welche Police ist die günstigste? Bei Risiko­lebensversicherungen ist es - im Gegensatz zu anderen Versicherungsarten - durchaus angebracht, nur nach dem Preis zu gehen. Denn am wichtigsten ist die Auszahlung im Todesfall, eventuelle Extras kommen erst an zweiter Stelle. Zweitens: Welche Policen bieten am meisten, wenn man Zusatzleistungen einbezieht? Hier gibt es mancherlei Sinnvolles, etwa die Möglichkeit, die Versicherungssumme ohne zusätzliche Gesundheitsprüfung im Vertragsverlauf zu erhöhen.
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Drittens: Welche Tarife sind speziell für Paare oder Geschäftspartner am besten? Mit diesen sogenannten verbundenen Lebensversicherungen, auch Versicherungen auf zwei Leben genannt, können sich zwei Personen gegenseitig für den Sterbefall absichern. Die Versicherungssumme wird beim Tod jenes Partners ausbezahlt, der zuerst stirbt. Solche Policen sind sinnvoll, wenn danach keine weitere Absicherung für die Überlebenden ­benötigt wird, etwa weil keine Kinder zu versorgen sind. Oder wenn beide Partner mit Kindern in etwa gleich viel verdienen, sodass der jeweilige Ausfall gleich stark zu Buche schlägt. Der Test ergab, dass die Kosten durchgehend niedriger sind als für zwei Einzelpolicen. Allerdings gibt es auch hier große Unterschiede. So ist der Partnertarif bei der Hannoverschen kaum teurer als ein Einzelvertrag, während die Allianz fast das Doppelte nimmt.

Economy-, Premium- und Partner­tarife wurden für mehrere Laufzeiten untersucht. Kaum überraschend: Je länger der Vertrag laufen soll, desto höher liegt die Prämie schon jetzt. Denn je älter ein Mensch wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er in einem ­bestimmten Jahr stirbt. Das wird schon jetzt in den Prämien abgebildet.

Für den Test angefragt wurden 88 Versicherer, 20 haben Daten geliefert. Von den übrigen 68 haben die meisten eine Teilnahme ohne Begründung verweigert oder gar nicht auf die Anfrage ­reagiert. Möglicherweise bieten manche von ihnen schlechtere Konditionen als jene Teilnehmer, die im Test hinten liegen. Deshalb ist naheliegend, dass manche Noten im Test negativer ausgefallen sind, als es bei einem breiten Marktvergleich der Fall gewesen wäre.

Doch gilt generell: Der Schutz ist zumeist relativ günstig. So zahlen Nichtraucher bei einer Todesfallsumme von 100 000 Euro und 15 Jahren Laufzeit beim Anbieter Europa pro Jahr lediglich gut 32 Euro.

(PDF)

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Bildquellen: Yuri Arcurs / Shutterstock.com, Yuri Arcurs / Shutterstock.com