ifo: Inflation frisst die Ersparnisse der Deutschen auf
BERLIN (Dow Jones)--Die hohe Inflation hat die während der Corona-Pandemie aufgebauten Ersparnisse der Deutschen aufgefressen. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Münchner ifo-Instituts, die auf einer aktuellen Analyse der Bankbilanzen basiert. "Die Sparpolster aus der Corona-Zeit sind bei vielen Haushalten nunmehr abgeschmolzen. Gleichzeitig werden die Verbraucherpreise weiter kräftig steigen. Damit wird der private Konsum im weiteren Verlauf des Jahres als Konjunkturmotor in Deutschland leider ausfallen", sagte ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser.
Zu Beginn der Corona-Pandemie waren demnach die Einlagen von privaten Haushalten bei Banken in Deutschland zwischen dem zweiten Quartal 2020 und dem ersten Quartal 2021 kräftig angeschwollen. "Legt man die durchschnittliche Sparneigung der fünf Jahre vor Ausbruch der Corona-Krise zugrunde, wurden in dieser Zeit gut 70 Milliarden Euro mehr auf den Bankkonten geparkt als üblich", so Wollmershäuser.
Doch diese Überschusseinlagen wurden laut ifo bis zum Ende des ersten Quartals 2022 fast vollständig abgebaut. Und im zweiten Vierteljahr habe sich diese Entwicklung in beinahe unverändertem Tempo fortgesetzt. "Die hohe Inflation dürfte dieses 'Entsparen' der Haushalte maßgeblich getrieben haben", sagte der ifo-Konjunkturchef.
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August 23, 2022 03:46 ET (07:46 GMT)