Neue Erkenntnis

DIW: Strenge Regulierung des Mietmarkts kann zulasten der Mieter gehen


DIW: Strenge Regulierung des Mietmarkts kann zulasten der Mieter gehen

Eine strenge Regulierung des Mietmarkts kann Mieter mehr schaden als helfen.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), die den Zusammenhang zwischen Mietmarktregulierung und Eigenheimquote in 27 Ländern während der vergangenen 100 Jahre untersucht hat.

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"Zugespitzt könnte man sagen, dass die Maßnahmen, die Mieterinnen und Mieter schützen sollen, auch dazu führen, dass diese immer weniger werden - sie werden gewissermaßen aus dem Markt gedrängt," fasst DIW-Studienautor Konstantin Kholodilin zusammen.

"Diese Erkenntnis muss die Politik bei den aktuellen Diskussionen um Maßnahmen wie einen Mietendeckel selbstverständlich im Blick haben, sonst könnte man unter Umständen das Gegenteil von dem erreichen, was man bezweckt - so wichtig Regulierungen des Wohnmarkts sozialpolitisch auch sind."

Der rot-rot-grün geführte Berliner Senat will in der Hauptstadt eine Mietobergrenze einführen. Die Rede ist von einem Mietendeckel, der für normal ausgestattete Wohnungen je nach Baualtersklasse zwischen 5,95 Euro und 9,80 Euro pro Quadratmeter liegen soll.

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Strenge Regulierung kurbelt Eigentum an

Das Berliner Institut fand heraus, dass je strenger der Mietmarkt reguliert wird, desto mehr sei der Anteil der Haushalte angestiegen, die im eigenen Heim lebten. Dieser Befund gelte unabhängig von den Faktoren, die den Anstieg der Eigenheimquote in allen untersuchten Ländern in den vergangenen Jahrzehnten grundsätzlich begünstigt haben, wie zum Beispiel die Alterung der Gesellschaft und die Liberalisierung der Finanzmärkte. Aktuell liegt in Deutschland die Wohneigentumsquote bei rund 46 Prozent.

Für die DIW-Autoren Kholodilin und Sebastian Kohl kann die Entwicklung zwei Ursachen haben. Einerseits könnten Vermieter, die die regulierten Wohnungen nicht mehr profitabel vermieten können, sie zum Verkauf anbieten, was das Angebot an Mietwohnungen reduziert.

Zweigeteilter Markt

Andererseits führe die Regulierung, die nur einen Teil der Wohnungen und Häuser betrifft, zu einem zweigeteilten Markt. Auf der einen Seite ein regulierter Markt mit niedrigen Mieten, in dem die Mieter ihre Wohnungen nicht aufgeben und in den Wohnungssuchende vergeblich versuchen einzutreten. Auf der anderen ein freier Markt mit sehr hohen Mieten, die sich nur wenige leisten können.

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"In einer solchen Konstellation müssen sich viele Menschen trotz hoher Kosten Wohneigentum zulegen, sie haben praktisch keine Wahl", so Kholodilin. Dies sei beispielsweise der Fall in skandinavischen Ländern, wo Mietpreise in der Vergangenheit intensiv reguliert wurden und der Anteil an Menschen, die in einer Immobilie im Eigenbesitz leben, hoch ist.

BERLIN (Dow Jones)

Bildquellen: AlexRoz / Shutterstock.com, r.nagy / Shutterstock.com

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