Statistikamt legt Zahlen zu Immobilienpreisen in Deutschland vor
WIESBADEN (dpa-AFX) - Das Statistische Bundesamt legt an diesem Freitag (8.00 Uhr) Zahlen zu den Preisen für Wohnimmobilien im ersten Quartal vor. Die Daten werden zeigen, ob sich der jüngste Preisrückgang fortgesetzt hat. Nach Zahlen des Verbands deutscher Pfandbriefbanken haben sich Wohnimmobilien im ersten Quartal im Schnitt um 2,1 Prozent verbilligt - selbst in begehrten Metropolen gab es demnach Abschläge.
Bereits im vierten Quartal 2022 hatte das Statistische Bundesamt spürbare Preisrückgänge nach dem jahrelangen Immobilienboom festgestellt. Demnach verbilligten sich Wohnimmobilien im Mittel um 3,6 Prozent zum Vorjahresquartal - es war der erste Preisrückgang binnen Jahresfrist seit Ende 2010 und der stärkste seit 16 Jahren.
Hauptgrund für die Wende am Immobilienmarkt sind die kräftig gestiegenen Bauzinsen, die Kredite stark verteuert haben. Viele Menschen können sich den Immobilienkauf nicht mehr leisten. Das Neugeschäft der Banken mit Wohnimmobilienkrediten an Privatleute liegt seit Monaten am Boden, im April brach es laut Bundesbank-Daten abermals um rund die Hälfte ein.
Zugleich bleibt die Nachfrage nach Wohnraum hoch, nicht zuletzt wegen der hohen Zuwanderung, während der Neubau wegen der gestiegenen Zinsen und teurer Baumaterialien stockt. Das Ifo-Institut erwartet, dass dieses Jahr nur noch 275 000 Wohnungen fertig werden nach 295 300 im vergangenen Jahr. Viele Menschen weichen auf den Mietmarkt aus, was dort zuletzt zu hohen Mietsteigerungen geführt hatte./als/DP/jha