Merkel und Medwedew weihen Gas-Pipeline ein
Ab heute wird erstmals Gas durch die Ostsee-Pipeline Nord Stream von Russland nach Deutschland strömen. Bundeskanzlerin Angela Merkel und der russische Präsident Dimitri Medwedew drehen den Gas-Hahn am Mittag auf.
Von Sabine Gusbeth aus Lubmin
Die Gas-Magistrale Nord Stream soll ihren Anteilseignern, darunter Eon Ruhrgas und BASF Wintershall, vor allem den direkten Zugang zu den Lieferungen des weltweit größten Erdgasproduzenten sicherstellen, dem russischen Staatskonzern Gazprom.
Bislang wurden 80 Prozent des russischen Gases für Westeuropa durch die Ukraine geleitet. Das ist riskant. Anfang 2009, als Gazprom den Hahn zudrehte, weil es mit Kiew Streit um die Gasrechnung gab, lief auch nichts mehr in den Westen. Dieses Versorgungsrisiko soll nun der Gas-Bypass durch die Ostsee ausschalten. Daher hat die Europäische Union Nord Stream als „vorrangiges Energieprojekt“ klassifiziert.
Eon Ruhrgas, Deutschlands Nummer 1 für Gasimport und -großhandel, hält ebenso 15,5 Prozent an Nord Stream, wie der größte deutsche Erdgasproduzent Wintershall, eine Tochter des DAX-Konzerns BASF. Zudem sind die niederländische Gasunie und die französische GdF Suez mit je neun Prozent beteiligt. Hauptaktionär ist Gaslieferant Gazprom, ihm gehören 51 Prozent. Nach Angaben der Betreiber ist ein Großteil der Kapazität von 27,5 Milliarden Kubikmeter pro Jahr bereits verkauft - trotz aktueller Verstimmungen zwischen Eon und Gazprom aufgrund der hohen Gaslieferpreise.