Edelmetall im Fokus

Goldpreis vor dem nächsten Sprung? Deutsche Bank hält an ihren Kursziel fest


Goldpreis vor dem nächsten Sprung? Deutsche Bank hält an ihren Kursziel fest

Die Deutsche Bank hält an ihrem Goldpreisziel fest. Stratege Michael Hseuh sieht den Goldmarkt weiterhin in einer "explosiven" Phase und verweist auf mehrere Bewertungsmodelle.

  • Deutsche Bank bekräftigt Kursziel für Gold von 4.600 US-Dollar zum Jahresende
  • Stratege Michael Hseuh sieht Goldmarkt weiter in explosiver Preisphase
  • Ein Bubble-Test verortet mögliche Wendepunkte bei 3.700 und 6.400 US-Dollar
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Die Deutsche Bank bekräftigt ihr Kursziel für Gold von 4.600 US-Dollar zum Jahresende und stuft den Markt weiterhin als außergewöhnlich stark ein. Nach Einschätzung von Stratege Michael Hseuh befindet sich der Goldpreis seit August 2024 in einer Phase, die er als explosiv beschreibt, und dieser Zustand hält seiner Einschätzung nach bis heute an. Aktuell notiert der Goldpreis bei rund 4.342 US-Dollar und hätte damit bis zum Jahresende noch das Potenzial für einen Anstieg um rund sechs Prozent.

Drei Wege zum Gold-Kursziel

Hseuh begründet seine Einschätzung mit drei unterschiedlichen Methoden, wie aus seiner am 3. August veröffentlichten Studie hervorgeht. Zunächst vergleicht er die langfristige, inflationsbereinigte Wachstumsrate anderer Rohstoffe wie Kupfer, Öl und - ungewöhnlicherweise - Brot, die zwischen 0,26 und 3,44 Prozent pro Jahr liegt. Übertragen auf Gold ergäbe das rechnerisch lediglich einen Preis von rund 2.600 US-Dollar je Feinunze.

Als zweiten Ansatz wendet Hseuh ein ökonometrisches Verfahren namens Backward Supremum Augmented Dickey-Fuller-Test an, das spekulative Preisblasen zeitlich einordnen soll. Danach hätte der Goldpreis bei rund 6.400 US-Dollar seinen Höhepunkt erreichen und bei rund 3.700 US-Dollar seinen Boden finden sollen.

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Notenbank-Käufe bremsen das Modell

Der dritte Baustein ist ein Fair-Value-Modell, das unter anderem den S&P 500, die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen und Wechselkurse als Faktoren einbezieht. Es weist für das Jahresende einen fairen Wert von 4.700 US-Dollar aus, wurde von Hseuh wegen einer nachlassenden Kauftätigkeit der Notenbanken jedoch nach unten angepasst. Wegen der Nähe zum bisherigen Ziel hält er trotzdem an der Marke von 4.600 US-Dollar fest.

Warnsignale gab es schon 2024

Bereits im August 2024 beschrieb die Bank for International Settlements Bedingungen am Goldmarkt, die sie selbst als Blase einstufte. Langfristig hat Gold nach Angaben von Deutsche Bank Research zwischen 1957 und 2023 die US-Verbraucherpreise im Schnitt um real 2,5 Prozent pro Jahr übertroffen, ein Wert, der unter Einbeziehung der jüngsten Aufwärtsphase seit 2024 nach eigener Einschätzung der Bank noch höher ausfallen würde.

Ob sich das Kursziel von 4.600 US-Dollar bis zum Jahresende erfüllt, dürfte auch davon abhängen, wie sich die Käufe der Notenbanken in den kommenden Monaten weiterentwickeln. Genau diesen Faktor hatte Hseuh als Grund für die Abwärtskorrektur seines Fair-Value-Modells genannt.

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Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net

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