EU-Abgeordnete: Großbritannien sollte Nordsee-Ölfeld nicht anzapfen


BRÜSSEL (dpa-AFX) - Mehrere EU-Abgeordnete aus unterschiedlichen Fraktionen fordern von der Regierung in London, ein großes Ölfeld in der Nordsee nicht zu erschließen. Das Vereinigte Königreich solle eine internationale Führungsrolle einnehmen, indem es seine Haltung zu neuen Öl- und Gasprojekten überdenke, heißt es in einem am Mittwoch verschickten Brief an den britischen Premierminister Rishi Sunak, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

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Dieser wurde vom Grünen-Abgeordneten Michael Bloss initiiert und von 39 weiteren Europaabgeordneten unterschrieben. Die meisten sind Mitglieder der Grünen-Fraktion, aber auch Christdemokraten, Linke und Sozialdemokraten sind dabei. Konkret geht es in dem Brief um das Rosebank-Ölfeld, das größte unerschlossene Ölfeld in der Nordsee. Bloss bezeichnet es als "fossile Zeitbombe".

Die britische Regierung hat das Ziel ausgerufen, dass das Vereinigte Königreich bis 2050 unterm Strich keine neuen Treibhausgase mehr ausstößt. Trotzdem hat sie neue Lizenzen für die Erschließung von Öl- und Gasfeldern in der Nordsee erteilt. Klimaforschern zufolge steht dies im Widerspruch mit dem Vorhaben, bis 2050 klimaneutral zu werden.

Für die Erreichung des Klimaziels setzt London auf neue Technologien, die allerdings noch nicht ausgereift sind. Große Mengen klimaschädlichen Kohlenstoffdioxids sollen dafür in riesigen Hohlräumen unter der Nordsee eingelagert werden.

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Eine endgültige Entscheidung der Regierung zum Rosebank-Ölfeld ist bisher nicht getroffen worden. Umweltschützer haben mehrmals gegen die Erschließung des Felds protestiert. Die schottische Regierung sieht die Pläne ebenfalls kritisch./mjm/DP/nas