Trotz Gewinnmitnahmen: Warum Privatanleger Gold treu bleiben
Der Goldpreis ringt mit der Marke von 4.000 US-Dollar, doch ein Marktstratege sieht dahinter kein Warnsignal.
- Privatanleger verkaufen laut EverBank derzeit mehr Gold, als sie kaufen
- Gaffney sieht darin Gewinnmitnahmen statt Notverkäufe wegen Verlusten
- Zentralbanken stützen die Nachfrage nahe der Marke von 4.000 US-Dollar
Der Goldpreis kämpft in der Nähe der Marke von 4.000 US-Dollar, doch von Panik ist bei Privatanlegern wenig zu spüren. Chris Gaffney, President of World Markets bei EverBank, ordnet die jüngste Verkaufswelle in einem Interview mit Kitco News als gesunde Entwicklung ein: Sein Trading Desk registriere zwar mehr Verkäufer als Käufer, doch dahinter stehe kein Verkaufsdruck aus finanzieller Notlage, sondern disziplinierte Gewinnmitnahme.
Kein Ausgleich für Verluste anderswo
Gaffney unterscheidet klar zwischen zwei Verkaufsmustern. Anders als bei früheren Phasen, in denen Anleger Gold verkauften, um Verluste an den Aktienmärkten auszugleichen, beobachte sein Team davon aktuell nichts. Wer jetzt verkaufe, sitze schlicht auf erheblichen Gewinnen nach der kräftigen Rally des Edelmetalls und warte auf einen günstigeren Wiedereinstieg. Das sei keine Verzweiflung, sondern ein bewusstes Zurücktreten an einem wichtigen technischen Wendepunkt.
Zentralbanken bleiben verlässliche Stütze
Während einzelne Privatanleger zu Nettoverkäufern wurden, verzeichnet EverBank laut Gaffney weiterhin solide Käufe von Zentralbanken. Diese Doppelbewegung, private Zurückhaltung bei fortgesetzter institutioneller Nachfrage, wertet er als Zeichen eines strukturell gesunden Marktes. Gleichzeitig bremsen gestiegene Zinserwartungen und die Opportunitätskosten eines Vermögenswerts ohne laufenden Ertrag die kurzfristige Kauflaune vieler Privatanleger.
Fed-Politik als Taktgeber
Auch die Zurückhaltung gegenüber Gold-ETFs als Absicherung erklärt Gaffney mit der Erwartung, dass sich die Spannungen im Nahen Osten entschärfen. Je länger die Lage andauere, desto hartnäckiger werde allerdings die Inflation. Viele Käufer warteten zudem auf mehr Klarheit über den nächsten Zinsschritt der Federal Reserve, bevor sie frisches Kapital investieren. Eine Zinserhöhung würde die Opportunitätskosten für Gold spürbar erhöhen.
Für den weiteren Jahresverlauf bleibt Gaffney zuversichtlich. Er verweist darauf, dass die Mehrheit der Rohstoffanalysten für Gold zum Jahresende ein höheres Niveau als aktuell erwartet, auch wenn die Konsolidierung um die 4.000-Dollar-Marke vorerst anhält. Wer der Analyse folgen will, findet mit dem EUWAX Gold Core ETC eines der gängigsten Instrumente für einen direkten Zugang zum Goldpreis.
Als nächster Beobachtungspunkt gilt die kommende Zinsentscheidung der Federal Reserve. Sie dürfte zeigen, ob die abwartende Haltung der Privatanleger in neue Käufe umschlägt oder die Konsolidierung um die 4.000-Dollar-Marke anhält.
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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