Gold und Silber im August: Geht die Korrektur weiter oder folgt die Trendwende?
Nach dem Rückgang von den Januar-Hochs blicken Edelmetall-Experten unterschiedlich auf den August - und die Spannen liegen weit auseinander.
- Gold und Silber fallen von ihren Rekordständen deutlich zurück
- Experten geben Prognose für den Goldpreis im August ab
- Midas Funds erwartet bei nachlassendem Nahost-Konflikt neue Rekordstände
Gold und Silber haben nach ihren Rekordständen im Januar 2026 deutlich an Wert verloren, und die Frage nach dem richtigen Einstiegszeitpunkt beschäftigt Anleger seit Monaten. Aktuell notiert der Goldpreis bei rund 4.049 US-Dollar pro Feinunze, nachdem er im Januar mit knapp über 5.400 US-Dollar sein bisheriges Rekordhoch erreicht hatte. Der Silberpreis fiel von seinem Rekordhoch bei gut 116 US-Dollar auf zuletzt 58 US-Dollar pro Feinunze. Wie CBS News berichtet, sind sich Edelmetall-Experten uneinig, ob sich der Rückgang im August fortsetzt oder ob die Talsohle bereits erreicht ist.
Goldpreis: Geopolitik als Preistreiber
Maßgeblich für die Richtung des Goldpreises im August dürfte laut Thomas Winmill, Präsident und Portfoliomanager bei Midas Funds, der Konflikt im Nahen Osten sein, wie CBS News erklärt. Winmill geht davon aus, dass eine Entspannung der Kämpfe den Ölpreis wieder auf das Niveau vor dem Konflikt drückt, was die Inflation weiter dämpfen und Zinsen sowie den US-Dollar unter Druck bringen würde. In diesem Umfeld hält er eine Rückkehr des Goldpreises auf über 5.000 US-Dollar für wahrscheinlich. James Anderson, leitender Edelmetall-Analyst bei SD Bullion, rechnet laut CBS News dagegen kurzfristig mit einer engeren Spanne zwischen 3.900 und 4.350 US-Dollar, gestützt auf technische Faktoren und die typische Positionierung der Anleger vor dem US-Feiertag Labor Day. Einen stärkeren Aufwärtsschub erwartet er erst im vierten Quartal.
Zinsentscheidung der Fed im Blick
Auch die Zinsentscheidung der Fed dürfte den Goldpreis im August beeinflussen. Da Gold im Gegensatz zu Anleihen oder Sparkonten keine laufenden Zinsen abwirft, profitiert der Preis in der Regel von stabilen oder sinkenden Leitzinsen. Da die Fed bei ihrer Zinsentscheidung im Juli den Leitzins unverändert ließ, spricht das laut CBS News eher für ein stabiles bis leicht positives Umfeld für Gold als für einen weiteren Rückgang.
Silberpreis: Größere Ausschläge erwartet
Beim Silberpreis erwarten die Experten größere Ausschläge als bei Gold. Anderson geht davon aus, dass sich die Bewegung des Silberpreises an der des Goldpreises orientiert, dabei aber deutlich ausgeprägter ausfällt. Nach seiner technischen Einschätzung könnte Silber im August bis auf rund 68 US-Dollar steigen, bevor dort Widerstand einsetzt, während auf der Unterseite ein erneuter Test der Marke von 55 US-Dollar mit einem kurzen Unterschreiten möglich sei. Matthew McKay, Direktor für Investments bei Briaud Financial Advisors, sieht die Untergrenze für Silber laut CBS News ebenfalls im niedrigen Fünfziger-Bereich, betont aber, dass der Markt darüber letztlich selbst entscheide. Insgesamt rechnet McKay eher mit einer länger anhaltenden Seitwärtsphase bei Gold und Silber als mit einer schnellen Erholung.
Wie Anleger einen zu hohen Einstiegspreis vermeiden
Angesichts der starken Preisschwankungen der vergangenen Monate rät Anderson Anlegern, Käufe zeitlich zu strecken und nach dem Prinzip des Durchschnittskosteneffekts in mehreren Tranchen statt auf einmal zu investieren. Zusätzlich empfiehlt er laut CBS News, gezielt auf etablierte und margenarme Münz- und Barrenprodukte zu setzen, etwa American-Eagle-Münzen, kanadische Maple-Leaf-Münzen oder Produkte der Royal Mint, da die Aufschläge auf staatlich geprägte Anlagemünzen aktuell als angemessen gelten.
Der August wird nun zeigen, ob der aktuelle Rückgang bei den Edelmetallen eine Verschnaufpause oder der Beginn einer längeren Konsolidierungsphase ist.
Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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