Goldpreis und Ölpreis

Goldpreis: Nachlassende Zinssorgen sorgen für Mini-Erholung


Goldpreis: Nachlassende Zinssorgen sorgen für Mini-Erholung

Der Goldpreis profitierte im frühen Donnerstagshandel von den gestrigen Aussagen von US-Notenbankchef Kevin Warsh zur Inflationsbekämpfung.

von Jörg Bernhard

Die US-Notenbank ließ die Zinsen am Mittwoch dennoch unverändert. Innerhalb der Fed herrschte aber keine vollständige Einigkeit. Es gab drei Gegenstimmen, die für ein Anheben des Zinsniveaus plädierten. Dennoch bekräftigte Kevin Warsh das Ziel der Notenbank, die Inflation unter Kontrolle zu bringen. Wie sich die Geldpolitik in den kommenden Monaten entwickeln wird, blieb jedoch offen. Nach der Fed-Entscheidung passten die Finanzmärkte ihre Zinserwartungen an. Laut dem FedWatch-Tool der CME Group sank die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September auf 65 Prozent. Vor der Sitzung hatte sie noch bei rund 81 Prozent gelegen. Nun richten sich die Blicke der Anleger auf die Veröffentlichung des US-Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben (PCE) für Juni (14.30 Uhr). Der Inflationsindikator gilt als besonders wichtig für die geldpolitischen Entscheidungen der Fed. Hier zu Lande dürften sich Investoren aber auch für die deutsche Juli-Inflationsrate stark interessieren. Laut einer von Trading Economics veröffentlichten Umfrage unter Analysten soll sich diese von 2,3 auf 2,7 Prozent p.a. erhöht haben.

Am Donnerstagmorgen präsentierte sich der Goldpreis mit etwas höheren Notierungen. Bis gegen 7.15 Uhr (MESZ) verteuerte sich der am aktivsten gehandelte Future auf Gold (Dezember) um 4,70 auf 4.041,00 Dollar pro Feinunze.

Werbung

Rohöl: Gewinnmitnahmen nach Rally

Der Ölpreis zeigte sich im frühen Donnerstagshandel stabil. Trotz der zunehmenden militärischen Spannungen am Persischen Golf richten die Anleger ihren Blick verstärkt auf die tatsächlichen Ölströme durch die wichtigen Transportwege der Region. Ungeachtet der nahezu vollständigen Sperrung der Straße von Hormus wird weiterhin ein erheblicher Teil der Ölförderung aus der Golfregion exportiert. Nach Schätzungen von Rystad Energy gelangen täglich rund 13 Millionen Barrel Rohöl aus der Golfregion auf die Weltmärkte. Auch nachdem die mit Iran verbündeten Huthi-Rebellen im Jemen am 20. Juli eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien im Roten Meer verhängt und damit den Schiffsverkehr durch die Meerenge Bab al-Mandab beeinträchtigt hatten, erreichten weiterhin Öllieferungen ihre Bestimmungsorte. Dies gilt insbesondere für Tanker mit Verbindungen nach China.

Am Donnerstagmorgen präsentierte sich der Ölpreis mit stabilen Notierungen. Bis gegen 7.15 Uhr (MESZ) ermäßigte sich der nächstfällige WTI-Future um 0,01 auf 84,45 Dollar, während sein Pendant auf Brent um 0,15 auf 87,94 Dollar zurückfiel.


Redaktion finanzen.net

Bildquellen: farbled / Shutterstock.com, Lisa S. / Shutterstock.com