IfW will Verbesserungen bei EU-Rohstoffstrategie
BERLIN (Dow Jones)--Das Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) hat angesichts erster Details einer EU-Rohstoffstrategie Nachbesserungen angemahnt. "Die Marschrichtung der EU stimmt, und eine Rohstoffstrategie ist sehr zu begrüßen", sagte Klimaökonomin Sonja Peterson. "Die Prioritätensetzung und konkrete Ausgestaltung erscheinen aber noch an verschiedenen Stellen verbesserungsfähig." Erste an die Öffentlichkeit gelangte Inhalte aus dem entsprechenden Gesetzesentwurf deuteten darauf hin, dass die Europäische Union (EU) in ihrer Strategie auf die Ausweitung heimischer Gewinnung und Weiterverarbeitung, mehr Recycling und geringere Abhängigkeiten etwa von China setze.
Konkrete Quoten, Stresstests, strategische Lagerhaltung, Notfallpläne und gebündelte Einkäufe sollten demnach helfen, diese Ziele zu erreichen. Peterson betonte, es sei "gut und richtig", dass die EU die Sicherung von kritischen und strategisch wichtigen Rohstoffen, die für Energiewende und Digitalisierung dringend benötigt würden, auf die Agenda setze. "Ein Mikromanagement einzelner Rohstoffe oder Herkunftsländer auf politischer Ebene sollte hier aber unbedingt vermieden werden", betonte sie. Unternehmen hätten schon aus Eigeninteresse begonnen, ihre Beschaffungsstrategien an die neuen Realitäten in Zeiten von Gaskrise und Lieferkettenengpässen anzupassen.
Gerade die Diversifizierung von Lieferketten könne das Importrisiko bei vielen Rohstoffen schon erheblich verringern. Strategische Partner wie Australien beim Ausbau einer eigenen rohstoffverarbeitenden Industrie zu unterstützen, wäre ein weiterer wichtiger Baustein. Generell sei es sinnvoller, europäische Unternehmen durch Handels- und Investitionsschutzabkommen sowie Rohstoffpartnerschaften mit potenziellen Lieferländern zu unterstützen als durch direkte staatliche Förderung. Nicht aus dem Blick geraten sollte auch das Bestreben, Rohstoffe effizienter zu verwenden und effizienter zu recyceln, mahnte Peterson.
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March 13, 2023 04:55 ET (08:55 GMT)