IEA senkt Öl-Angebotsprognose drastisch: So reagieren Ölaktien wie Exxon, Chevron & Co.
Die Internationale Energieagentur zeichnet für den Ölmarkt ein deutlich engeres Bild als noch im Vormonat, mit Folgen für Förderkonzerne wie Exxon.
- IEA rechnet für 2026 mit einem kräftigen Rückgang des globalen Ölangebots
- Neue Angriffe auf Tanker bremsen die erhoffte Erholung der Golf-Produktion
- Ölaktien reagieren bislang kaum auf die neuen Prognosen
Die Internationale Energieagentur hat ihre Angebotsprognose für den globalen Ölmarkt 2026 in ihrem neuesten "Oil Market Report" erneut nach unten korrigiert. Grund ist die andauernde faktische Sperrung der Straße von Hormuz, die zusammen mit neuen Angriffen auf Tanker die erwartete Erholung der Förderung im Nahen Osten ausbremst. Für Anleger in Energiewerte wie Exxon, den integrierten US-Öl- und Gaskonzern, rückt damit die Frage in den Vordergrund, wie sich die Angebotsknappheit auf Preise und Geschäft auswirkt.
IEA korrigiert Angebot und Nachfrage kräftig nach unten
Die IEA geht in ihrem Bericht davon aus, dass das weltweite Ölangebot 2026 im Schnitt um 4,3 Millionen Barrel pro Tag sinkt. Im Jahr darauf soll es demnach um 8,3 Millionen Barrel pro Tag auf 110,3 Millionen Barrel zulegen. Als Ursache nennt die Agentur die weiterhin fehlende Einigung über eine Wiedereröffnung der Straße von Hormuz und einen ungehinderten Transit durch die Straße von Bab al-Mandab. Zusätzlich senkte die IEA ihre Nachfrageprognose: Der weltweite Ölverbrauch soll 2026 um 1,6 Millionen Barrel pro Tag zurückgehen, 510.000 Barrel mehr als noch im Vormonat veranschlagt. Als Gründe führt die Agentur die anhaltende Sperrung der Straße von Hormuz und erhöhte Kraftstoffpreise an, die auf den Konsum drücken. Im Juli war das globale Ölangebot um 2,4 Millionen Barrel pro Tag auf 101,5 Millionen Barrel gestiegen. Es blieb damit unter dem Vorjahresniveau, während weiterhin Golf-Produktion stillstand. Die IEA verweist zudem auf neue Kampfhandlungen und Angriffe auf Schiffe im Juli und Anfang August, die die Prognose für das dritte Quartal 2026 um 1,7 Millionen Barrel pro Tag gegenüber dem Vormonatsbericht nach unten drückten.
Exportrouten brechen ein, Diplomatie bleibt fragil
Regionale Exporte einschließlich der Umwegrouten um die Straße von Hormuz fielen im Juli laut IEA auf 15 Millionen Barrel pro Tag, nachdem die Passage Anfang Juli erneut faktisch geschlossen wurde. Öl-Infrastruktur sowie Tanker gerieten dabei unter Beschuss. Die Verladungen erreichten Anfang Juli noch 20 Millionen Barrel pro Tag, brachen dann aber auf rund 12 Millionen Barrel ein. Die IEA spricht laut einem Bericht von Free Malaysia Today von plötzlichen diplomatischen Kurswechseln: Trotz eines angeblichen Waffenstillstands und wiederholter Ankündigungen einer baldigen Öffnung der Straße würden nur einzelne Schiffe durchgelassen.
So reagieren Ölaktien
Ölaktien zeigen sich von der neuen Ölpreisprognose der IEA zunächst noch weitgehend unbeeindruckt. Exxon-Titel verlieren an der NYSE 0,56 Prozent auf 158,91 US-Dollar, Chevron-Titel notiert bei 196,79 US-Dollar und damit 0,07 Prozent höher, für Occidental Petroleum geht es überschaubare 1,20 Prozent auf 58,35 US-Dollar abwärts.
Claudia Stephan, Bettina Schneider, Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net
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