Ölpreise geben Gewinne ab - Pakistan optimistisch für Einigung im Iran-Krieg
NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben am Dienstag deutliche Kursgewinne aus dem frühen Handel nach Hinweisen auf Fortschritte hin zu einer Einigung im Iran-Krieg wieder abgegeben. Im Mittagshandel drehten die Notierungen leicht in die Verlustzone. Ein Barrel (159 Liter) der Referenzsorte Brent aus der Nordsee mit Lieferung im Oktober kostet 87,28 US-Dollar und damit ein halbes Prozent weniger am Vorabend.
Im frühen Handel war der Preis für Rohöl der Sorte Brent noch zeitweise bis auf 90 Dollar je Barrel gestiegen. Dann setzten Meldungen aus Pakistan die Notierungen unter Verkaufsdruck. Der pakistanische Verteidigungsminister Khawaja Asif sagte, dass die Signale der vergangene Tage darauf hindeuten, dass die USA und der Iran "kurz vor einer Art Einigung stehen".
In den vergangenen Tagen standen die Bemühungen um ein Ende des Kriegs und eine Öffnung der für Transporte wichtigen Straße von Hormus immer wieder im Mittelpunkt des Interesses am Ölmarkt. Zu Beginn der Woche hatten die Spannungen in der Region am Persischen Golf den Ölpreis noch um etwa vier Dollar je Barrel nach oben getrieben.
Am Vorabend hatte US-Präsident Donald Trump gesagt, dass die Straße von Hormus nach einer Minenräumung für Schiffe wieder befahrbar sei. Sie werde zudem "zu 100 Prozent" von den USA kontrolliert. Der Iran hatte daraufhin aber eine Öffnung der Seestraße von Zugeständnissen der USA und ihrer Verbündeten abhängig gemacht und beabsichtigt, Gebühren für eine Durchfahrt durch die Meerenge zu erheben.
Beide Kriegsparteien ringen weiter um die vollständige Wiedereröffnung der Handelsroute, über die ein Großteil der Ölexporte aus den Förderstaaten am Golf abgewickelt wird. Rohstoffexperten der kanadischen Investmentbank TD Securities weisen darauf hin, dass die Schiffstransporte durch die Meerenge noch weit von einem normalen Niveau entfernt seien und dass die weltweiten Lagerbestände drastische zurückgegangen seien. Vor diesem Hintergrund sei mit einem weiter steigenden Preis für Rohöl der Sorte Brent zu rechnen./jkr/jsl/jha/