Wirtschaftsministerium: Grüner Wasserstoff nicht aus Atomkraft
BERLIN (Dow Jones)--Deutschland wird innerhalb der Europäischen Union bei der Diskussion um die Definition von "grünem" Wasserstoff bei seiner Position bleiben, dass grüner Wasserstoff nicht aus Atomkraft hergestellt werden kann. Das erklärte ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums. Zuvor hatte die EU-Kommission in einem Regelwerk, einem sogenannten delegierten Rechtsakt, festgelegt, dass unter bestimmten Bedingungen Wasserstoff, der aus Atomstrom hergestellt wurde, mit in die Gruppe des grünen Wasserstoffs einbezogen wird.
"Unsere klare Haltung ist, dass Atomkraft, Kernkraft, keine erneuerbare Energie ist und dass Wasserstoff, der eindeutig aus Atomkraft hergestellt ist, kein grüner Wasserstoff ist", sagte Robert Säverin, Sprecher im Bundeswirtschaftsministerium. "Das wird Gegenstand der Überarbeitung der Erneuerbaren Energierichtlinie sein. Mit dieser Position werden wir uns dort in die Diskussion einbringen."
Der Energieträger Wasserstoff, der durch die Aufspaltung von Wasser (H2O) in Sauerstoff (O2) und Wasserstoff (H2) gewonnen wird, wird in Europa als Schlüsselelement auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2050 gesehen. Nach Ansicht der Bundesregierung spricht man vom grünem Wasserstoff, wenn der Strom für die Elektrolyse aus erneuerbaren Energien wie Wind oder Sonne, sogenannten grünen Energien, kommt.
Wird Wasserstoff mithilfe von Gas erzeugt, spricht man von grauem Wasserstoff. Blauer Wasserstoff wird auch mithilfe von Gas erzeugt, aber hier wird das freiwerdende CO2 abgefangen und unterirdisch gelagerten, damit es nicht in die Atmosphäre entweicht.
"Es ist grundsätzlich im Bestreben aller Regierungen der Europäischen Union, die Wasserstoffwirtschaft ins Laufen zu bringen", sagte Regierungssprecher Steffen Hebestreit. Es sei klar, dass "Wasserstoff das Gas der Zukunft ist, mit dem wir alle unseren ambitionierten Klimaschutzzielen erreichen wollen". Deswegen sei es wichtig, im ersten Schritt die Wasserwirtschaft ins Laufen zu bekommen. Im zweiten Schritt gehe es darum, dass man den nach Möglichkeit aus erneuerbaren Quellen speisen kann.
Kontakt zur Autorin: andrea.thomas@wsj.com
DJG/aat/apo
(END) Dow Jones Newswires
February 13, 2023 07:03 ET (12:03 GMT)