Was kommt im August?
Die Anleger reagieren mit Erleichterung auf die aktuelle Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran.
Es bleibt aber abzuwarten, wie sich die Situation im Nahen Osten weiterentwickelt. So dürfte die Feuerpause seitens der USA auch auf die rapide schwindenden Munitionsbestände zurückzuführen sein. Auf der anderen Seite ist bei erneuten Verhandlungen nicht von einer deutlichen Kompromissbereitschaft des Iran auszugehen. Schließlich sind die USA seit vielen Jahren Feindbild Nummer eins womit größere Zugeständnisse schwer zu rechtfertigen sind. Und so könnte eine neue Friedensverhandlung zu einem ähnlichen Ergebnis wie die letzte führen: Die USA unter Donald Trump stehen unter einem deutlich höheren Druck, bei wichtigen Fragen nachzugeben. Dabei dürften auch die im November anstehenden Zwischenwahlen ein wichtiges Argument sein. Schließlich ist nicht nur der Krieg im Iran in den USA äußerst unpopulär. Vielmehr sorgt der hohe Ölpreis für Unmut, welcher sich mittlerweile auch über das Schwarze Gold hinaus auf andere Produkte ausweitet. Sollte dies so bleiben, dürfte das Ergebnis der Republikaner in den "Midterms" sehr enttäuschend ausfallen.
Aktienmarkt vor saisonal schwächstem Abschnitt
Zwar ist der Juli noch nicht zu Ende, dennoch hat dieser aller Voraussicht nach auch in diesem Jahr ein positives Ergebnis hervorgebracht. Auch wenn es sich hinsichtlich der seitwärts gerichteten Tendenz der letzten Wochen und Monate nicht wie ein Kursgewinn anfühlt, könnte es unter dem Strich doch für ein kleines Plus reichen. Damit richtet sich der Blick auf den August und den September, welche im langfristigen Durchschnitt die mit Abstand schlechtesten Börsenmonate sind. Gleichzeitig darf man mit Spannung auf die anstehenden Quartalszahlen der Technologie-Unternehmen warten, welche in den vergangenen Wochen und Monaten steil nach oben liefen. Sollten die sehr hohen Erwartungen dieses Mal nicht erneut übertroffen werden, könnte die enttäuschte Reaktion der Anleger dazu führen, dass der August (und möglicherweise auch der September) auch in diesem Jahr im Rahmen der Vorgaben verlaufen. Die kommenden Wochen könnten daher auch einen mittelfristigen Impuls mit sich bringen.
Stephan Feuerstein
Stephan Feuerstein ist Chefredakteur des Börsenbriefes Hebelzertifikate-Trader. Bereits seit Anfang der 90er Jahre beschäftigt er sich mit dem Thema Börse, speziell der Technischen Analyse. Infos: www.hebelzertifikate-trader.de Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.