FSB sorgt sich um Schuldentragfähigkeit bei steigenden Zinsen
Von Hans Bentzien
FRANKFURT (Dow Jones)--Der Financial Stability Board (FSB) ist besorgt, dass die wegen der hohen Inflation notwendigen höheren Zinsen die Fähigkeit der Wirtschaftsakteure beeinträchtigen könnten, die nach historischen Maßstäben hohen Schulden zu bedienen. In einem Brief an die Staats- und Regierungschefs der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer, die sich demnächst im Neu Delhi treffen, fordert FSB-Chairman Klaas Knot, die Asset-Qualität in den Sektoren, die am empfindlichsten auf höhere Zinssätze reagieren, wie zum Beispiel Immobilien, genau zu überwachen.
In dem Schreiben wird die Besorgnis über die zunehmende Verschuldung von Finanzintermediären außerhalb des Bankensektors (NBFI - Non-Bank Financial Intermediaries) hervorgehoben, die in einem dem Gipfel vorgelegten Bericht beschrieben wird. Es wird darauf hingewiesen, dass die Bewältigung dieser Risiken im nächsten Jahr ein Schwerpunkt der politischen Arbeit im NBFI-Sektor sein werde.
Bezugnehmend auf die Finanzmarktturbulenzen vom März dieses Jahres heißt es weiter: "Der FSB ist nach wie vor davon überzeugt, dass der internationale Abwicklungsrahmen, den er nach der globalen Finanzkrise von 2008 entwickelt hat, seinen Zweck erfüllt. Zu diesem Zweck wird der FSB in Kürze einen Bericht über vorläufige Lehren für die Abwicklung und künftige politische Prioritäten veröffentlichen."
Im Frühjahr hatten die Behörden zwei mittelgroße US-Banken schließen müssen. Zudem hatte die schweizerische UBS im Rahmen einer staatlich orchestrierten Aktion die Credit Suisse übernommen.
Weitere Themen des Briefs an die G20 sind die Regulierung von Krypto Assets sowie die vom Klimawandel ausgehenden Risiken für die Finanzstabilität.
In einem weiteren Brief an die G20 gibt Klaas Knot einen Fortschrittsbericht dazu, wie grenzüberschreitende Zahlungen künftig billiger, schneller, inklusiver und transparenter abgewickelt werden können. Diese Ziele sollen bis 2027 erreicht werden.
Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com
DJG/hab/err
(END) Dow Jones Newswires
September 05, 2023 04:00 ET (08:00 GMT)