Geldpolitik

Ranghohe Vertreter der US-Notenbank sprechen sich für rasche Zinswende aus


Ranghohe Vertreter der US-Notenbank sprechen sich für rasche Zinswende aus

Ranghohe Vertreter der US-Notenbank Fed haben sich zum Wochenausklang für eine rasche Straffung der amerikanischen Geldpolitik ausgesprochen.

Der Präsident der regionalen Notenbank von St. Louis, James Bullard, will den US-Leitzins in diesem Jahr auf mehr als drei Prozent anheben. Fed-Direktor Christopher Waller mag nicht ganz so weit gehen. Er schlug allerdings vor, zumindest über stärkere Zinsanhebungen nachzudenken.

Werbung

Bullard, der in der Fed schon länger zu den Vertretern einer besonders straffen Geldpolitik zählt, äußerte sich in einer am Freitag veröffentlichten Erklärung zum jüngsten Zinsentscheid. Die Fed hatte ihren Leitzins in dieser Woche erstmals seit Ende 2018 angehoben, um der hohen Inflation von zuletzt fast acht Prozent Einhalt zu gebieten. Bullard erklärte, er habe auf der Sitzung für einen großen Zinsschritt um 0,5 Prozentpunkte votiert. Die Fed hatte ihren Zins hingegen um einen kleineren, herkömmlicheren Schritt von 0,25 Punkten angehoben.

Er habe vorgeschlagen, den Leitzins in diesem Jahr auf mehr als drei Prozent anzuheben, heißt es in der Erklärung Bullards. "Dies würde den Leitzins schnell auf ein den aktuellen Umständen angemesseneres Niveau anheben." Die Fed signalisiert hingegen einen Leitzins von knapp zwei Prozent Ende 2022. Bullard sprach sich auf der Sitzung zudem für einen Plan aus, die durch Wertpapierkäufe aufgeblähte Fed-Bilanz zurückzuführen. Einen solchen Plan will die Fed jedoch erst in der näheren Zukunft veröffentlichen.

Fed-Direktor Christopher Waller plädierte ebenfalls dafür, dass seine Kollegen im geldpolitischen Ausschuss FOMC über eine raschere geldpolitische Straffung nachdenken. In einem Interview mit dem US-Sender CNBC sprach sich Waller für vorgezogene Zinsanhebungen aus. Bereits auf der Zinssitzung in dieser Woche hätten die Wirtschaftsdaten an sich für einen großen Zinsschritt um 0,5 Punkte gesprochen. Die Geopolitik habe aber zur Vorsicht walten lassen, sagte Waller in Anspielung auf den Krieg in der Ukraine.

Werbung

In künftigen Zinssitzungen werde sich aber die Frage stellen, ob ein großer Zinsschritt angebracht sei. "Die Wirtschaftsdaten scheinen nahezulegen, dass wir uns in diese Richtung bewegen", sagte Waller.

/bgf/jkr/stw

WASHINGTON (dpa-AFX)

Bildquellen: Mesut Dogan / Shutterstock.com, tlegend / Shutterstock.com

Information


Die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit werden für Finanzinstrumente von der Finanzen.net Zero GmbH als vertraglich gebundener Vermittler der DonauCapital Wertpapier GmbH (§ 3 Abs. 2 WpIG) bereitgestellt; bei Kryptowerten werden die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit ausschließlich von der DonauCapital Wertpapier GmbH bereitgestellt. Die Finanzen.net GmbH stellt ausschließlich den technischen Rahmen bereit und ist in die Wertpapier- und Kryptodienstleistung nicht einbezogen.