Panetta: EZB unterstützt Forderung nach Not-Clearing-Kapazitäten


Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Europäische Zentralbank (EZB) unterstützt nach den Worten von EZB-Direktor Fabio Panetta die Idee der EU-Kommission, Kunden von außerhalb der EU angesiedelten zentralen Gegenparteien (CCPs) die Eröffnung eines "aktiven Kontos" bei einem EU-CCP vorzuschreiben. Bei einer Konferenz zu Gegenparteirisiken für Banken sagte Panetta, dass auf diese Weise angemessene Euro-Clearing-Kapazitäten auf dem Kontinent für den Fall der Abwicklung eines Ex-EU-CCP vorgehalten werden könnten.

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Panetta forderte außerdem, die seit fast zehn Jahren geplante Schaffung von Abwicklungsplänen für CCPs voranzutreiben. Ein Großteil der Abwicklung von auf Euro lautenden Derivaten erfolgt auch nach dem EU-Beitritt Großbritanniens in London.

Panetta zufolge schlägt die Kommission vor, dass Clearing-Teilnehmer aus der EU in den wenigen Marktsegmenten, die für die EU als von erheblicher systemischer Bedeutung angesehen werden, ein sogenanntes aktives Konto bei EU-CCPs führen müssen. "Ziel des aktiven Kontos ist es, ein angemessenes Maß an inländischen Clearing-Kapazitäten für wesentliche, auf Euro lautende Clearing-Dienste aufzubauen und aufrechtzuerhalten", sagte der EZB-Direktor. Bahnten sich bei einem außerhalb der EU beheimateten CCP Probleme an, könnten Clearing-Teilnehmer in die EU ausweichen, was die Finanzstabilität stärke.

Panetta räumte ein, dass die Schaffung solcher zusätzlichen Kapazitäten einen vorsichtigen und schrittweisen Ansatz erfordere - schließlich böten globale Liquiditätspools ihren Kunden wirtschaftliche Vorteile. "Wir verstehen die vorgebrachten Bedenken. Allerdings sind rund 50 Prozent der EU-Kunden, die nicht in EU-CCPs aktiv sind, nur im Euro-Handel tätig, so dass währungsübergreifendes Pooling nicht immer das Hauptproblem darstellt", sagte er.

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Zwar sei die Einrichtung eines aktiven Kontos mit Kosten verbunden, doch trügen EU-Akteure eine gemeinsame Verantwortung für die Schaffung eines zentralen Clearing-Rahmens, der auch in Zeiten schwerer Belastungen stabil sei. "Eine Unterbrechung des Zugangs zu wichtigen Clearing-Diensten während einer Finanzkrise hätte weitaus größere finanzielle Risiken zur Folge als die schrittweise Verlagerung eines Teils des jeweiligen Euro-Geschäfts auf EU-CCPs", sagte Panetta.

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