Wo 2019 sinnlos Steuern verbrannt wurden

Platz 11: Das Ranking
Jährlich veröffentlicht der Bund der Steuerzahler das sogenannte Schwarzbuch, in dem Fälle dokumentiert sind, bei denen aufgrund von Fehlplanung und Nachlässigkeit Steuern verschwendet wurden. Dabei handelt es sich um teure Projekte, funktionsuntüchtige Programme und ungeplante Mehrkosten. Das folgende Ranking stellt einen Auszug vor. Die einzelnen Projekte sind nach der Höhe der Verschwendung in Euro gestaffelt. Stand ist der 29. Oktober 2019.
Quelle: schwarzbuch.de, Bild: Jag cz / Shutterstock.com

Platz 10: Kreisverkehr für Radler
Um eine "unübersichtliche" Verkehrssituation zu vermeiden, ließ das Regierungspräsidium Stuttgart zwischen Winterbach und Remshalden einen "Kreisverkehr" für Radfahrer bauen. Allerdings wurde dieser von den meisten Radlern kaum beachtet, sodass sie in falscher Richtung durchfuhren, um nicht an Geschwindigkeit zu verlieren. Insgesamt kostete das Projekt den Steuerzahler rund 5.000 Euro.
Quelle: schwarzbuch.de, Bild: Lupo / pixelio.de

Platz 9: Solar-Sonnenblume
Was tut man nur nicht alles für die Umwelt? Das Thüringer Umweltministerium ließ hierfür eine Solar-Sonnenblume vor dem Haupteingang bauen. Aus zwölf blütenblätterförmigen Solarmodulen bestehend, kann sie sich auffächern und nach der Sonne ausrichten, um eine optimale Stromerzeugung zu bewirken. Das blöde nur: Sie steht im Schatten. Gelegentlich in den späten Vormittagsstunden kann sie einige Sonnenstrahlen auffangen. Die Kosten: 17.000 Euro.
Quelle: schwarzbuch.de, Bild: Solar Roadways

Platz 8: Das Lindenbäumchen im Rahmen
In Oberursel bei Frankfurt ließ man für 70.000 Euro einen weißen, kubischen Rahmen um einen sterbenden Lindenbaum bauen. Durch das Kunstprojekt sollte der umfallende Baum in den Blickpunkt gerückt werden. Die Linde ist allerdings keine zwei Jahre nach Fertigstellung umgekippt und liegt nun "in ihrem Rahmen". Als der Bund der Steuerzahler bereits in 2017 Kritik an dem Projekt übte, bezeichnete der Oberurseler Bürgermeister diese als "aberwitzig" und "an den Haaren herbeigezogen".
Quelle: schwarzbuch.de, Bild: Sergey Nivens / Shutterstock.com

Platz 7: Das goldene Nest
Eine Berliner Grundschule ließ aus 74 massiv gegossenen Feingoldzweigen ein Nest mit den Maßen 22 x 22 x 6 cm anfertigen. Es wurde auf einem mattierten Glassockel in einer Vitrine aus Stahl und 47-mm-Sicherheitsglas aufbewahrt. Das Projekt diente als "Projektionsfläche von Ideen und Träumen von Schüler/innen und Lehrer/innen", wie es in einer Pressemitteilung hieß - und kostete insgesamt 92.500 Euro. Man sollte erwähnen, dass das goldene Nest mittlerweile verschwunden ist.
Quelle: schwarzbuch.de, Bild: Taiga / Shutterstock.com

Platz 6: Asbacher Backhaus
In Asbach ließ man ein historisches Backhaus aus denkmalpflegerischen und stadtplanerischen Gründen sanieren, um es zu erhalten. Und das obwohl die Bürger bereits eine bevorzugte Alternative haben und dort auch nur alle zwei bis vier Jahre tatsächlich gebacken wurde. Das Projekt beanspruchte rund 100.000 Euro, was auf die Rechnung der Steuerzahler ging.
Quelle: schwarzbuch.de, Bild: Robert Kneschke / Shutterstock.com
Platz 5: Ein Radweg mit Fahrverbot
In Adorf des Vogtlandkreises gibt es einen 1,7 Kilometer langen Elsterradweg, der seit 2013 verbreitert, asphaltiert und mit einer Brücke versehen wurde. Was die Kommune allerdings übersah, ist, dass die Baumaßnahme in einem naturschutzrechtlichen Gebiet durchgeführt wurde. Eine notwendige Umweltverträglichkeitsprüfung und ein Planfeststellungsverfahren im Vorfeld wurden nicht eingeleitet. Die Kosten: 275.000 Euro.
Quelle: schwarzbuch.de, Bild: www.Rudis-Fotoseite.de / pixelio.de

Platz 4: Gelbe Parklets und grüne Punkte
In Berlin ließ man zahlreiche Parklets errichten, die aus Sitzmodulen und gelbem Metall bestehen. Am Straßenrand stehend sollen sie wesentliche Elemente einer "Begegnungszone" darstellen. Allein die Markierung mit grünen Punkten kostete rund 130.000 Euro. Insgesamt soll das Projekt rund 1,7 Millionen Euro im Anspruch genommen haben, wie der Bund der Steuerzahler herausfand.
Quelle: schwarzbuch.de, Bild: Thomas Ott TU Darmstadt
Platz 3: Farbänderung von Straßenschildern
In Sachsen-Anhalt sollte die bisherige B6 zur A 36 hochgestuft werden. Doch die Statusänderung kommt auch mit einer Umrüstung der Beschilderung einher. Für 750 Schilderstandorte auf rund 100 Kilometer Länge müssen damit bis Ende 2020 blaue statt gelbe Straßenschilder aufgestellt werden. Rund drei Millionen Euro kostet die Maßnahme.
Quelle: schwarzbuch.de, Bild: Andreas Hermsdorf / pixelio.de

Platz 2: Busse mit wenigen Fahrgästen
In Stuttgart wurde zwischen dem Viertel Bad Cannstatt und der Innenstadt eine Schnellbuslinie eingerichtet, die im 5-Minuten-Takt verkehrt. Rund acht Millionen Euro wurden für die baulichen Veränderungen, die neuen Haltestellen und signaltechnischen Maßnahmen aufgewendet. Der Coup ist nur, dass durch die neue Buslinie eine Fahrspur den Autofahrern entwendet wird und sie kaum von Fahrgästen benutzt wird, da diese von den bestehenden U- und S-Bahn-Alternativen Gebrauch machen.
Quelle: schwarzbuch.de, Bild: Wikimedia Commons / Ampfinger

Platz 1: Die O-Tonne
Durch ihre orangefarbenen Deckel erkennt man sie sofort: die O-Tonnen. In Hannover gibt es regionsweit 45.000 dieser Tonnen, in der Stadt selbst knapp 5.000. In ihnen sollten Materialien entsorgt werden, die man wieder verwenden kann, also zum Beispiel Textilien, Metalle oder Kunststoffe. Die gewünschten Sammelmengen wurden aber nie erreicht. Man schlägt derzeit vor, die Maßnahme abzuschaffen. Die Kosten: satte zwölf Millionen Euro.
Quelle: schwarzbuch.de, Bild: lf / pixelio.de
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