Auto1: Enttäuschung oder Nachkaufgelegenheit?
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Auto1 hat starke Quartalszahlen vorgelegt, dennoch reagierte die Börse zunächst enttäuscht. Strukturell bleibt der Autohändler aber auf einem robusten Wachstumskurs.
Verschnupft hat die Börse auf die Finanzzahlen von Auto1 für das zweite Quartal 2026 reagiert. Vorübergehend lag das Papier nach der gestrigen Veröffentlichung zweistellig im Minus, erholte sich anschließend aber zumindest etwas und schloss mit einem Tagesverlust von 3,6 Prozent.
Dabei lesen sich die vorgelegten Zahlen durchweg positiv. So konnte Europas führende Gebrauchtwagenplattform ihren Absatz im zweiten Quartal um satte 19,9 Prozent steigern und den Umsatz sogar um 23,4 Prozent auf 2,4 Mrd. Euro erhöhen. Die margenstärkere Retail-Sparte wuchs mit einem Umsatzplus von 44,1 Prozent sogar noch deutlich stärker als die Händlersparte mit 17,9 Prozent. Das schlug sich auch im bereinigten EBITDA nieder, das um 38,4 Prozent auf 58,6 Mio. Euro zulegte.
Dass die Börse dennoch enttäuscht reagierte, dürfte vor allem am Ausblick gelegen haben. Nachdem das Management erst im Juni eine spektakuläre Mittelfristprognose veröffentlicht hatte, die überschlägig bis 2030 auf eine Verdopplung des Absatzes auf 1,5 Mio. Fahrzeuge und eine mehr als Verdreifachung des EBITDA auf über 700 Mio. Euro hinausläuft, wurde nun die Jahresprognose für 2026 „nur“ bestätigt. Diese sieht weiterhin einen Absatz von 940 Tsd. bis 1 Mio. Fahrzeugen sowie ein bereinigtes EBITDA von 250 bis 275 Mio. Euro vor, dürfte inzwischen aber als konservativ gelten. Denn zur Erreichung der Ziele ist im zweiten Halbjahr nur noch ein deutlich geringeres Wachstum erforderlich als in den ersten sechs Monaten.
Jenseits der enttäuschten Hoffnungen auf eine Prognoseanhebung untermauern sowohl die Halbjahreszahlen als auch der bestätigte Ausblick für 2026 und die Mittelfristprognose die enorme strukturelle Wachstumsfähigkeit von Auto1. Insofern kann die jüngste Kursschwäche durchaus als Nachkaufgelegenheit betrachtet werden.
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Erstellung am 30.07.26 um 11:42 Uhr.
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