Secunet: Das Auftragsbuch wiegt schwerer als der Umsatz


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Secunet: Das Auftragsbuch wiegt schwerer als der Umsatz

Secunet steigerte Umsatz und Ergebnis im ersten Halbjahr deutlich und erwartet das Jahresergebnis nun eher am oberen Ende der Prognose. Den eigentlichen Rückenwind liefert allerdings eine Kennzahl, die abseits der Gewinn- und Verlustrechnung steht.

Der Cybersecurity-Spezialist und IT-Sicherheitspartner der Bundesrepublik steigerte den Konzernumsatz im ersten Halbjahr 2026 um 19,2 Prozent auf 204,7 Mio. Euro. Das EBIT legte um 20,4 Prozent auf 8,7 Mio. Euro zu. Besonders stark war das zweite Quartal: Der Umsatz kletterte um 31,6 Prozent auf 122,9 Mio. Euro, das EBIT konnte sich auf 12,6 Mio. Euro mehr als verdoppeln. Der Vorstand bestätigte die Jahresprognose von 460 bis 500 Mio. Euro Umsatz, erwartet aber nun einen Wert eher am oberen Ende.

Der Werttreiber liegt im Auftragsbuch

Die wichtigste Kennzahl steht abseits des Umsatzes. Der Auftragseingang stieg im ersten Halbjahr um fast 79 Prozent auf rund 287 Mio. Euro. Die Book-to-Bill-Ratio, das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz, erreichte damit 1,4. Ein Wert über eins bedeutet, dass mehr hereinkommt, als abgearbeitet wird; das Auftragsbuch wächst also schneller als der laufende Umsatz. Der Auftragsbestand erhöhte sich entsprechend auf 360,8 Mio. Euro und liefert damit eine solide Basis für die kommenden Quartale.

Motor dieser Entwicklung ist der öffentliche Sektor. Das Segment Public Sector wuchs um 29,4 Prozent auf 192,7 Mio. Euro, getragen von der Division Defence & Space und der Division Homeland Security, die sich annähernd verdoppelte. Hier profitiert Secunet vom politisch beschlossenen Ausbau der digitalen und militärischen Infrastruktur, ein Rückenwind, der über Jahre angelegt ist.

Worauf zu achten ist

Die eigentliche Frage ist aber nicht, ob Secunet wächst, sondern wie planbar diese Erlöse sind. Als IT-Sicherheitspartner des Bundes bewegt sich das Unternehmen in einem regulatorisch geschützten Feld, in dem Kunden nicht einfach den Anbieter wechseln können. Eine Book-to-Bill-Ratio von 1,4 ist in diesem Umfeld ein Qualitätsmerkmal, das in vielen Bewertungen zu kurz kommt.

Zwei Punkte mahnen Anleger dennoch zu Augenmaß: Erstens konzentriert sich Secunets Geschäft traditionell stark auf das Jahresende. Ein einzelnes starkes Quartal lässt sich also nicht linear hochrechnen. Zweitens schrumpfte das Segment Business Sector um 47,4 Prozent auf 12,0 Mio. Euro, belastet durch eine schwache Nachfrage aus dem Gesundheitssektor. Der Bereich ist relativ klein, zeigt aber die Verwundbarkeit außerhalb der staatlichen Kernkundschaft.

Fazit

Secunet zeigt eine starke operative Dynamik. Das spiegelt sich auch im Aktienkurs wider. Dieser hat nun eine echte Chance, aus dem seit Februar bestehenden Abwärtstrend nach oben auszubrechen. Zweistelliges Umsatzwachstum, ein um knapp 79 Prozent gestiegener Auftragseingang und struktureller Rückenwind aus Verteidigung und Cybersicherheit machen die Aktie wieder zu einem der spannendsten Wachstumswerte im deutschen Nebenwertesegment.

Während Secunets Qualität in den Bewertungen zu kurz kommt, ist bei GESCO die operative Wende noch gar nicht eingepreist. Die Mittelstandsholding notiert nahe ihren Mehrjahrestiefs, obwohl das zweite Quartal die Jahresziele spürbar in Reichweite gebracht hat. zum Artikel

Auch bei JDC könnte es in Kürze spannend werden. Denn die dort anstehenden Halbjahreszahlen treffen auf eine Aktie, die charttechnisch unmittelbar vor einem wichtigen Kaufsignal steht: zum Artikel

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Erstellung am 13.08.26 um 14:00 Uhr.

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