Nach US-Inflationsdaten: Dow schließt kaum verändert -- DAX letztlich stabil -- JPMorgan mit Rekordquartalsgewinn -- Berkshire Hathaway, Commerzbank, SAP, IBM, EVOTEC, Rocket Lab, SpaceX, AMD im Fokus


Bafin deckt Fehler in Nagarro-Abschluss 2022 auf. Schaeffler erwartet höhere Marge. General Fusion-Aktie sorgt nach fulminantem Börsenstart weiter für Aufsehen. Chemie statt Krise: Warum die Aktien von BASF, WACKER CHEMIE und K+S gefragt sind. Exportstreit eskaliert: NVIDIA halbiert seinen Kundenkreis. Glyphosat-Hoffnung beflügelt Bayer-Aktie.


Der deutsche Aktienmarkt tendierte am Dienstag seitwärts.

Der DAX eröffnete die Sitzung zunächst tiefer und verharrte lange in der roten Zone. Ein erster Versuch, zur Nulllinie vorzurücken, scheiterte. Am Nachmittag gelang ihm die Rückkehr dorthin dann im zweiten Versuch, im Späthandel ging es sogar noch knapp aufwärts. Letztlich verabschiedet sich das Börsenbarometer mit einem kleinen Plus von 0,13 Prozent bei 25.147,03 Punkten in den Feierabend.
Der TecDAX geriet derweil deutlich unter die Räder, nachdem er den Handel bereits leichter aufnahm. Hier stand zum Börsenschluss ein moderates Minus von 0,68 Prozent auf 3.843,84 Punkte an der Kurstafel.

Überraschend schwache US-Inflationsdaten haben dem DAX am Dienstag neuen Auftrieb verliehen, nachdem die Verbraucherpreise in den USA im Juni gegenüber dem Vorjahr weniger stark gestiegen waren als erwartet. Dadurch sinkt der Druck auf die US-Notenbank Fed, im Kampf gegen die Teuerung die Zinsen anzuheben - eine Entwicklung, die vor allem risikoreichere Anlageklassen wie Aktien normalerweise belasten würde. Fed-Chef Kevin Warsh machte allerdings deutlich, dass die Notenbank eine erhöhte Inflation weiterhin nicht hinnehmen werde.

Zuvor hatte der DAX noch spürbar unter deutlich gestiegenen Ölpreisen gelitten, ausgelöst durch die Zuspitzung des Nahost-Konflikts. Grund dafür war die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, die Seeblockade iranischer Häfen wieder aufzunehmen und Gebühren für die sichere Durchfahrt der Straße von Hormus zu verlangen. Von dieser Idee rückt der US-Präsident inzwischen wieder ab. Während sich die gegenseitigen Angriffe zwischen den USA und dem Iran fortsetzten, bewegte sich die Börse nach Einschätzung von Marktanalyst Timo Emden "zwischen Hoffnungen auf diplomatische Fortschritte und der Sorge vor einer weiteren Eskalation... wie auf geopolitischem Glatteis", so Emden laut dpa-AFX.

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Die europäischen Aktienmärkte zeigten sich etwas fester.

Der EURO STOXX 50 pendelte nach schwachem Start lange um die Nulllinie. Am Nachmittag ging es dann leicht aufwärts, wo das Börsenbarometer den Handel auch beendete. Der Schlussstand: 6.282,90 Punkte (+0,19%).

Zeigten sich die Börsen am Vortag noch widerstandsfähig gegenüber dem erneut aufflammenden Iran-Konflikt, so holte dieser sie nun offenbar ein. Die sich verschärfenden Militärschläge zwischen den USA und dem Iran drückten ebenso auf die Stimmung wie der kräftig gestiegene Ölpreis. Brent kostete am Morgen fast 85 Dollar je Fass und lag damit wieder klar über den jüngst markierten Ständen von knapp 70 Dollar. Am Nachmittag standen die US-Verbraucherpreise für Juni auf der Agenda. Diese fielen besser aus als erwartet und gaben den Aktienmärkten leichten Rückenwind.

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Der US-Leitindex tendierte am Dienstag seitwärts.

Der Dow Jones Industrial konnte sich nach einem negativen Start im weiteren Verlauf an die Nulllinie vorarbeiten und schloss mit einem geringfügigen Zuwachs um 0,02 Prozent bei 52.508,48 Punkten.
Derweil konnte der Technologiewerteindex NASDAQ Composite seinen frühen Gewinn ausbauen und ging 0,91 Prozent stärker bei 26.107,37 Zählern in den Feierabend.

An den US-Börsen liess sich eine gespaltene Tendenz auszumachen, obwohl Inflationsdaten überraschend günstig ausgefallen sind und Zinserhöhungssorgen lindern. Die Verbraucherpreise sanken im Juni um 0,4 Prozent und fielen damit deutlich stärker als die von Volkswirten erwarteten 0,2 Prozent, nachdem im Mai noch ein Anstieg von 0,5 Prozent verzeichnet worden war. Die Kernrate ohne Energie und Lebensmittel stagnierte, während Ökonomen hier ein Plus von 0,2 Prozent auf dem Zettel hatten.

Nachdem die Ölpreise in den vergangenen Tagen in Reaktion auf die jüngsten Scharmützel zwischen den USA und dem Iran allerdings wieder rasant gestiegen sind, dürfte der Auftritt von US-Notenbankchef Warsh vor dem Ausschuss für Finanzdienstleistungen des Repräsentantenhauses für die Anleger interessanter sein als die Preisdaten aus dem vergangenen Monat. Hinweise zum künftigen geldpolitischen Kurs der Federal Reserve fanden sich im vorbereiteten Text seiner Rede nicht. Warsh versicherte jedoch, dass die Fed die Inflation senken werde. Die Mitglieder des Federal Open Market Committee (FOMC) hätten "keine Toleranz für eine andauernd erhöhte Inflation".

Gleichzeitig erlebte die Berichtssaison ihren ersten Höhepunkt mit den Zweitquartalszahlen von Bank of America, JPMorgan, Wells Fargo, Goldman Sachs und Citigroup.

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Am Dienstag legten die Börsen in Fernost mehrheitlich zu.

Der Nikkei 225 in Tokio notierte gegen gegen den Trend letztlich 0,74 Prozent im Plus bei 67.743,50 Punkten.

Auf dem chinesischen Festland gewann der Shanghai Composite derweil 1,36 Prozent auf 3.967,13 Zähler.

Der Hang Seng notierte 0,52 Prozent höher bei 24.340,73 Einheiten .

Die kräftig gestiegenen Ölpreise belasteten nur kurzzeitig die Stimmung, nachdem sich die USA und der Iran im Nahostkonflikt erneut gegenseitig mit Angriffen überziehen. Wie es um die für den Öltransport zentrale Straße von Hormus steht, bleibt weiter offen. Teheran erklärt die Passage für unpassierbar, Washington hält dagegen, sie sei befahrbar, kündigt aber zugleich eine neue Seeblockade gegen den Iran an. Parallel dazu erklärte US-Präsident Trump, man werde für die Durchfahrt künftig eine Art Schutzabgabe in Höhe von 20 Prozent des Warenwerts erheben. Zusätzlich befeuerten neuerliche Militärschläge der USA gegen den Iran die Sorge vor Unterbrechungen der globalen Rohölversorgung.

Für ein Barrel Brent-Öl wurden zeitweise 84,60 Dollar aufgerufen - so viel wie zuletzt vor etwa einem Monat und rund 13 Dollar mehr als beim jüngsten Tiefstand. Die erneut angezogenen Ölpreise gehen mit wachsenden Inflationssorgen einher und schüren damit Spekulationen über steigende oder zumindest weiter erhöhte Zinsen. Umso gespannter blicken die Marktteilnehmer auf die neuen US-Inflationszahlen, die im weiteren Tagesverlauf veröffentlicht werden.

Positive Konjunkturzahlen aus China lieferten Rückenwind. Im Juni legten die chinesischen Aus- und Einfuhren spürbar zu - und übertrafen die Erwartungen klar. Die Exporte kletterten im Jahresvergleich um 27,0 Prozent, die Importe um 36,0 Prozent. Südkoreas Regierung wiederum hob ihre Prognosen für Wirtschaftswachstum und Teuerung in diesem Jahr an und verwies dabei auf kräftige Chip-Ausfuhren und fiskalpolitische Impulse. Für 2026 rechnet sie nun mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 3,0 Prozent und damit deutlich mehr als den im Januar erwarteten 2,0 Prozent.

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